Negative und Dias selbst einscannen

07. April 2010

Um Dias und vor allem Negative einzuscannen, braucht man weder einen Diascanner noch eine so genannte “Durchlichteinheit” - zumindest keine fertig gekaufte. Alles, was man zur Hand haben sollte, ist ein normaler Scanner, ein Stück weißes Plexiglas, eine Energiesparlampe sowie Bildbearbeitungs-Software.

Zunächst werden die Dias oder Negative auf den Scanner gelegt, darüber kommt das Plexiglas. Beim Scannen hält man die Lampe (Kaltlicht!) in 10-20 cm Entfernung über der Plexiglas-Scheibe, damit sich das Licht gleichmäßig verteilt. Die Auflösung sollte wenigstens 1200 dpi betragen.

Bei Diafilmen muss nicht mehr viel nachbearbeitet werden, Negative werden schon etwas aufwändiger. Hier reicht es nämlich nicht aus, die Farben per Software zu invertieren. Zunächst muss die hellste Stelle im Bild ausgewählt und mit dieser Farbe eine Fläche gefüllt werden. Dann werden beide Ebenen - das Bild und die Fläche - invertiert. Die Fläche wird hinter das Bild gelegt, dessen Ebene man nun subtrahiert. Jetzt müsste das Bild im Prinzip schon die richtigen Farben haben, nur die selbe Färbung wie das Negativ haben - bei Farbfilmen einen Orange- bis Braunton. Um diesen Flächen ihre ursprüngliche Farbe zurückzugeben, werden im Menü der Gradationskurven die hellsten Stellen im Bild als solche gekennzeichnet - wenn nötig, verfährt man so auch mit den dunkelsten Stellen.

Dias Negative Scannen 02

Am besten man nimmt für den ersten Scan ein Negativ, für das bereits ein Abzug erstellt wurde, bearbeitet so lange, bis der Scan in etwa so aussieht wie der Abzug und notiert sich die Arbeitsschritte. So kann man durch die immer gleiche Arbeitsweise wenigstens annähernd vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Eine andere Möglichkeit, Negative sowie Dias zu digitalisieren, bietet das Abfotografieren von einer Leuchtplatte. Diese kann aus den oben genannten Utensilien leicht selbst gebaut werden. Für die einmalige Digitalisierung weniger Bilder kann auch ein Provisorium ausreichend sein - hier bildet beispielsweise eine Holzkiste den Hohlraum der Leuchtplatte.

Selfmade-Nachtsichtkamera

15. März 2010

Mit einer Nachtsichtkamera kann man Prozesse filmen, die in völliger Dunkelheit stattfinden - beispielsweise das Einspulen von Filmen in Entwicklungstanks. Das kann sehr interessant sein, denn man sieht das, was die Person vor der Kamera erst erfühlen muss.

Mit etwas Glück braucht es keinen einzigen Cent, denn man benötigt Dinge, die man vielleicht schon zu Hause hat: eine Webcam für den PC und ein paar Kleinbildnegative.

Infrarot-Kamera 01

Hier das Prinzip der “Dunkelkammer-Kamera”: Sie macht sich Licht zunutze, dass das menschliche Auge (und auch normales Filmmaterial) nicht wahrnehmen kann - Infrarotlicht. Dazu wird zunächst die Kamera geöffnet und das Objektiv abgeschraubt:

Infrarot-Kamera 02

Normalerweise hat die Webcam einen Filter, der Infrarotlicht absorbiert - dieser Filter muss weg. In einfachen Fällen ist er nur aufgelegt (eine rot-grün schimmernde Folie), somit kann er leicht entfernt werden. Ist der Filter aber auf dem Objektiv befestigt (wie hier), so ist die Sache etwas aufwändiger (aber nur etwas :-P ):

Infrarot-Kamera 03

Die Filterschicht muss nämlich mit einem Messer vorsichtig heruntergekratzt werden. Vorsichtig deshalb, weil das Objektiv ja nicht zerkratzt werden soll. Im Prinzip geht dieser Schritt aber relativ leicht und schnell von der Hand.

Um zu gewährleisten, dass jetzt wirklich nur Infrarot- und kein anderes Licht aufgezeichnet wird, kann zwischen Sensor und Objektiv ein Stück eines überbelichteten Kleinbildnegatives gelegt werden.

Infrarot-Kamera 04

Infrarot-Kamera 05

Natürlich kann man diesen Schritt auch weglassen.

OK, alles schön und gut. Die Kamera ist jetzt umgebaut und kann Nachtaufnahmen machen - aber das natürlich nur, wenn Infrarotlicht vorhanden ist. Dafür sorgt eine einfache Taschenlampe, vor der ein paar Schichten überbelichtete Negative angebracht werden - und zwar so lange, bis man nichts mehr von dem Licht sieht. Jetzt kommt nur noch der infrarote Anteil des Lichtes durch.

So sieht dann eine Einspulaktion von Super 8 - Film im Dunkeln aus - die Lichtquelle ist ca. 2 Meter vom Motiv entfernt, die Kamera unter einem Meter (Webcam-Qualität eben):

Infrarot-Kamera 06

Hier dasselbe mit Kleinbildfilm - Licht und Kamera haben ungefähr die gleiche Entfernung zum Motiv (kleiner als ein Meter). In Aktion kann man die Kamera in diesem Video sehen.

Infrarot-Kamera 07

Filmentwicklung mit Kaffee

13. März 2010

Instant-Kaffee, Waschsoda und Vitamin C - das sind die Zutaten für einen hausgemachten Entwickler für Schwarzweiß-Negativfilme, “Caffenol C” genannt. Auf Vimeo.com fand ich ein Video, das diese sehr simple Entwicklungsmethode anschaulich macht.

Caffenol 01 01

Caffenol C ist für Schwarzweiß-Negativfilme geeignet, in diesem Fall wurde der Kleinbildfilm Agfa APX 100 verarbeitet. Bis auf die drei oben genannten Zutaten, die man alle im Supermarkt erhält, braucht man noch einen S/W-Fixierer - dieser ist aber auch die einzige “richtige” Chemie. Mischungsverhältnisse sowie eine Entwicklungsanleitung kann man dem Video entnehmen. Es sei aber gesagt, dass es nicht auf die Sekunde genau sein muss, um trotzdem gute Ergebnisse zu erhalten.
Eigentlich braucht man nur eine Stoppuhr und nicht zwei - so kann man beim Entwickeln während der ersten Minute ständig kippen und dann in Gedanken jeweils 3 Minuten hinzuzählen, also 4, 7, 10, 13, 16 und 19.

Beim gesamten Vorgang habe ich beachtet, dass die Dose langsam gekippt wird und nach jedem Kippen auf den Tisch gehauen wird, um evtl. kleine Luftbläschen vom Film zu lösen.

Die Entsorgung des Kaffee-Entwicklers ist eigentlich unproblematisch. Nur der Fixierer darf nicht in den Ausguss, sondern muss gesondert abgegeben werden.

Caffenol 01 02

Nach insgesamt ca. 40 Minuten und einer Nacht zum Trocknen sind diese Negative entstanden. Leider fehlte mir ein richtiger Negativscanner oder ein Durchlichtaufsatz, deshalb legte ich beim Scannen ein weißes Blatt auf die Negative (darum erhielten sie eine leichte Strukturierung) und hielt ca. 40 cm entfernt eine helle Lampe über den Scanner. Dieser löste mit 600 dpi auf und war auf Graustufe eingestellt, da die Farben sonst durch die warme Lichtfarbe verfälscht gewesen wären.

Durch das Scannen mussten die Bilder nachbearbeitet werden, wodurch ich natürlich nicht wusste, wie sie denn nun wirklich aussahen. Also gab ich die Negative zum Vergrößern ab, um authentische Ergebnisse zu erhalten. Diese sind wirklich überzeugend, aber noch einmal werde ich keine S/W-Negative abgeben, da die Vergößerungen einfach zu teuer sind. Hier die Scans der besten Positiv-Abzüge bei 600 dpi:

Caffenol 01 03

Caffenol 01 04

Caffenol 01 05

Caffenol 01 06

Caffenol 01 07

Caffenol 01 08

Caffenol 01 09

Fazit: Caffenol ist ein guter Grund, Schwarzweiß-Fotos zu machen. Denn es gibt hier gute Möglichkeiten, durch die Blende den Kontrast zu verändern - Farbfilme wären einfach nur unterbelichtet. Besonders empfehlenswert auch deshalb, weil es sehr einfach zu handhaben und nicht schlimm ist, wenn die Temperatur mal etwas daneben liegt. Außerdem riecht der Kaffe-Entwickler gut - zumindest bevor man ihn angesetzt hat :-D .

P.S. Mir hat die Kaffee-Entwicklung so viel Spaß gemacht, dass ich sie in einem eigenen Video dokumentiert habe. 100 g Instant-Kaffee reichen für etwa 10 Kleinbildfilme.

Die Erleuchtung

12. März 2010

Diese Lampe ist so hell, dass sie meiner Meinung nach einen eigenen Artikel verdient. Die Rede ist von 230 Volt Spannung ohne Trafo und unglaublichen 1000 Watt Leistung! Und es geht hier nicht etwa um einen riesigen Scheinwerfer, sondern um eine “einfache” Filmleuchte, besser gesagt um eine Glühbirne:

Filmleuchte 01

Schaltet man die Lampe an, sollte man sie stets von sich weg halten. Somit kann sich derjenige glücklich schätzen, der hinter der (lichtschwachen Super 8 -) Kamera stehen darf und nicht davor agieren muss. Denn die Lampe ist nicht nur hell wie ein großer Scheinwerfer, sie wird auch mindestens so heiß 8-) . Schaltet man sie nach etwas mehr als 2 Sekunden wieder aus, ist die Glühbirne bereits so warm, dass man sich den Finger verbrennt, wenn man sie anfasst. Kein Wunder also, dass die Lebensdauer nur etwa 120 Stunden betragen soll.

Fazit: Geeignet ist die Filmleuchte für Innenaufnahmen - aber nicht, wenn sie über Stunden eingeschaltet ist, denn dazu erscheint sie mir einfach zu unsicher (ist ja auch nicht gerade das neueste Modell, vom Energieverbrauch gar nicht erst zu reden). Ziemlich gut lässt sie sich als Hintergrundbeleuchtung beim Scannen von S/W-Negativen benutzen, wenn man weder einen Diascanner noch eine Durchlichteinheit besitzt.

Filmleuchte 02

Eine kleine Super 8 - Sammlung

09. März 2010

Hier eine Übersicht verschiedener Super 8 - Filme:


Kodachrome 40

Kodachrome 40 Sound

Kodak Ektachrome 64T

Kodak Ektachrome 100D

Cinevia 50D

Kodak Tri-X

Kodak Tri-X 7278

Kodak Plus-X

Fomapan R100 Super 8 - Kassettenkonfektion

Kodak Ektachrome 160 Typ G

Kodak Ektachrome 160

Agfa Moviechrome 40

Agfa Moviechrome 40

Agfa Moviechrome 40 Sound

Revue Superchrome RC8

Porst super 8 color

KAHL UT 18

Koadk Vision 2 200T

Fujichrome R25 Single-8

Fomapan R100 Doppel Super 8 - 10 m

Kodachrome II (16 mm)