Platinenherstellung
Ist gerade keine Platine zur Hand, kann mit einfachen Mitteln eine solche hergestellt werden.
Als Unterlage für die selbst gebaute Platine kann Holz oder Pappe verwendet werden. Bei Pappe als Unterlage muss besonders vorsichtig gelötet werden. Die Lochrasterplatine wird von Reißzwecken ersetzt. Diese lassen sich leicht und gut löten. Die Pappe sollte dick genug sein, damit keine Nägel auf der anderen Seite herausschauen. Wenn nicht, nimmt man mehrere Lagen Pappe und klebt sie mit Klebeband zusammen. |

| Lochrasterplatine mit Reißzwecken |
Platinen ätzen
Etwas anspruchsvoller ist es, Platinen selbst zu ätzen. Hier gibt es verschiedene Methoden, die Leiterbahnen auf die Platine zu bringen. Eine einfache soll hier gezeigt werden.
Folgende Utensilien werden benötigt: Zusätzlich ist eine Blechschere nützlich. |
| Vorlage mit passendem Platinenzuschnitt |
Für das Selbstätzen werden Platinen mit vollfächiger Kupferbeschichtung benötigt. Es gibt einseitige und zweiseitige Kupferbeschichtung. Diese Platine ist einseitig beschichtet. Nun wird die gewünschte Größe an der Platine mit einem Bleistift angezeichnet und danach ausgeschnitten, z.B. mit einer Blechschere. Scharfe und ungerade Kanten können mit einer Feile und Schmirgelpapier bearbeitet werden. Dann ist es sinnvoll, ein Layout in der gewünschten Platinengröße aufzuzeichnen. |
| Reinigung mit Stahlwolle |
Ab diesem Zeitpunkt ist es nützlich, Schutzhandschuhe zu tragen (zumindest an der Hand, die die Platine hält). Um die Platinenoberfläche zu reinigen, wird sie mit Stahlwolle oder Aceton bearbeitet. Ab jetzt sollte die Kupferseite nicht mehr mit bloßen Fingern angefasst werden. |
| Übertragen des Layouts mit Kohlepapier |
Das vorgefertigte Layout wird dann mit einem Kohlepapier auf die Platine übertragen. Dabei ist es wichtig, dass das Layout seitenverkehrt aufgezeichnet wird, wenn nur die Bestückungsseite angegeben ist. Anschließend werden die Linien mit einem Lackstift ausgefüllt. Sollte man sich verzeichnen, kann man falsche Stellen mit Stahlwolle oder Aceton ausbessern. |
| vorgezeichnetes Layout |
| fertiges Layout auf der Platine |
Ist die Platine vorbereitet, wird das Ätzbad angesetzt. Spätestens jetzt sollten Schutzhandschuhe verwendet werden. Als Ätzmittel wird hier Natriumpersulfat verwendet, welches mengenmäßig je nach Dosieranleitung in 50-60 °C heißem Wasser aufgelöst wird. Nun wird die Platine in die Ätzschale gelegt. Dabei kann sie mit einer ätzfesten Plastikpinzette richtig positioniert werden. Bis der Ätzvorgang abgeschlossen ist, wird die Schale leicht in Bewegung gehalten. |
| Ätzbad |
| Kupfer löst sich langsam ab |
Die Platine wird so lange geätzt, bis sich das Kupfer vollständig gelöst hat. |
| fertig geätzte Platine |
Ist der Ätzvorgang abgeschlossen, wird die Platine gründlich mit Wasser abgespült und anschließend abgetrocknet. |
| Lack wird mit Aceton entfernt |
Jetzt wird der verbleibende Lack mit Stahlwolle oder Aceton entfernt. |
| vom Lack befreite Platine |
Wenn das Kupfer frei liegt, können Löcher für die Bauteile gebohrt werden. |
| Löcher bohren |
Am einfachsten und genauesten lassen sich die Löcher mit einer Standbohrmaschine bohren. Der Bohrer hat eine Stärke von 1 mm. Anschließend werden die Löcher - wenn nötig - entgratet. |
| fertig gebohrte Platine mit Bauteilen bestücken |
Die Platine kann jetzt mit Bauteilen bestückt werden. Sollte sie einige Zeit herumliegen und sich danach nicht mehr so gut löten lassen, kann sie noch einmal mit Stahlwolle gereinigt werden. |
| Fertig |