WPPD 2012

26. April 2012

Auch dieses Jahr bin ich wieder dabei - der “Weltweite Tag der Lochkamera-Fotografie” findet dieses Jahr am 29. April statt. An diesem Sonntag heißt es also wieder: Lochkamera schnappen, rausgehen und Spaß haben!

Für dieses Jahr habe ich mir etwas Besonderes überlegt. Es ist ein Projekt, das wohl etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als nur einen Tag, dafür aber auch sehr interessant und experimentell ist…

Mehr wird jetzt noch nicht verraten - wenn belichtet, entwickelt und digitalisiert wurde, werde ich natürlich hier berichten und auch den Verweis zum fertigen Bild auf der Website des WPPD hier einstellen. :-)

WPPD-Logo


So, nach knapp zwei Wochen ist mein Projekt jetzt komplett fertig gestellt. Jetzt erfährt man auch, welches Motiv ich letztendlich gewählt habe. Die Antwort: Verschiedene Motive. Denn ich habe nicht nur ein einziges Bild gemacht, sondern ungefähr 250. Zusammengefasst ist das Ganze in einem dreißigsekündigen Video, welches weiter unten eingebunden ist. Doch zunächst etwas zur Idee:

Wie schon geschrieben, sollte es etwas anderes als sonst, etwas Besonderes sein. Also habe ich mir gedacht, warum sollte man nicht einmal einen Lochkamera-Film machen? Die Streichholzschachtel ist wirklich sehr gut dafür geeignet: Auf einem Stativ befestigen, Bild schießen, Film weiterspulen, Bild schießen, weiterspulen, Bild schießen… und so weiter. Das ergibt recht schöne Zeitrafferaufnahmen und die ausgefransten Ränder der Belichtungsmaske sorgen dann noch für einen Wiedererkennungswert!

Nachdem ich 5 Agfa APX 100 Kleinbildfilme zwischen einer und zwei Sekunden belichtet hatte, wurde entwickelt und mit einem Filmscanner digitalisiert. Dann folgte noch etwas Nachbearbeitung und das Zusammenfassen zu einem Film. Ein Einzelbild aus diesem Film, das am WPPD geschossen wurde, ist hier zu sehen.

Super 8 Lochkamera

06. April 2012

Was in der Fotografie eben so simpel wie genial ist, kann bei bewegten Bildern zum Problem werden: Die Lochkamera.

Schon seit einiger Zeit hatte ich mir vorgenommen, ein Lochkamera-Experiment auf Super 8 zu versuchen. Das Wichtigste dabei ist natürlich zunächst die Kamera. Wo man für Kleinbild- oder Mittelformatfilm noch Kameras aus Pappe, Holz oder Blechdosen herstellen kann, ist es beim Schmalfilm notwendig, auf eine bereits existierende Kamera zurückzugreifen. Ein großer Vorteil liegt somit in allen Schmalfilmkameras mit Wechselobjektiven, da hier das Objektiv ganz einfach gegen einen Gehäusedeckel mit winzigem Loch als Blende ausgetauscht werden kann.

Zu dieser Zeit besitzte ich keine Schmalfilmkamera mit Wechseloptik bis auf eine Quarz 1×8S-2. Hier kann man zwar das Objektiv mit C-Mount Gewinde abschrauben, jedoch liegt darunter eine weitere Linse, die fest in der Kamera sitzt. Da also auch diese Kamera unbrauchbar schien, schob ich die Idee erst einmal zur Seite.

Als ich dann schließlich eine zweite Quarz 1×8S-2 in die Hände bekam, die ich als “Ersatzteillager” für meine erste benutzen wollte, kam mir eine andere Idee, die zugleich auch noch die Neugierde befriedigen sollte, wie es denn in so einer Kamera aussieht: So habe ich die Kamera etwas genauer untersucht und die komplette Front, das heißt Objektiv, hintere Linse, Blende, Prismen und Belichtungsmesser, freigelegt, sodass ich direkt auf einen Teil der Umlaufblende schauen konnte.

Vor diese wurde dann ein Lochblech mit dem “Pinhole” geklebt, das fachmännisch mit einer Nähnadel fabriziert wurde :-) .

Super 8 Lochkamera 01

Super 8 Lochkamera 02

Da Lochkameras zur korrekten Belichtung - verglichen mit Kameras mit Objektiven - viel mehr Licht benötigen, wird normalerweise die Belichtungszeit verlängert. Dies ist bei den meisten Super 8 Kameras jedoch sehr schwierig und nur innerhalb eines geringen Rahmens möglich: Die Aufnahmebildfrequenz muss herabgesetzt werden. So filmte ich mit 12 Bildern pro Sekunde in vollem Sonnenschein auf Kodak Ektachrome 100D Filmmaterial, das ich anschließend in der E-6 Entwicklung nochmals um zwei Blendenstufen forcierte (”Pushen”).

Bis dahin wusste ich nicht: Hat das Klebeband lichtdicht gehalten? Hat das Loch ungefähr die richtige Größe? Sind 2 Blenden Pushentwicklung in Ordnung? Wird man auf dem Film überhaupt etwas erkennen können?

Super 8 Lochkamera 03

Super 8 Lochkamera 04

Super 8 Lochkamera 05

Die Ergebnisse haben meine Erwartungen erfüllt: Der Film hat schöne Farben und man erkennt schemenhaft, was gefilmt wurde (siehe Video). Die letzten Sekunden des Videos zeigen einen Wolken”zeitraffer”, der mit einer zweiten, etwas kleineren Lochblende erstellt wurde. Das Bild ist hier zwar etwas schärfer, zeigt aber einen deutlichen Helligkeitsverlust. Durch die Pushentwicklung hat sieht man etwas gröberes Korn. Da im Video nur eine abgefilmte Projektion zu sehen ist, bleibt natürlich Optimierungspotential bei der digitalen Publizierung. Allerdings erkennt man den Charakter des Lochkamera-Films und den finde ich experimentell ganz gut gelungen!

Mit Federwerk und Fomapan

16. März 2012

So richtig Old School: Man nehme eine Quarz 1×8S-2 Super 8 Kamera, nehme die Batterien aus dem Belichtungsmesser und lade die Kamera mit Fomapan R 100 - und zwar fertig konfektioniert in Super 8 Kassetten. Man gehe raus und filme wie es die alte Regel vorgibt: Sonne lacht, Blende 8. Dann entwickle man den Film und freut sich einen Keks.

So oder so ähnlich könnte das Rezept lauten, wenn man weg will von all jenen Elektronik-Automatik-Filmmodi, ohne dabei gleich auf Normal-8 umsteigen zu müssen. Einfach die (soweit ich weiß) einzige Super 8 Kamera mit Federwerksantrieb mit manueller Belichtung nutzen, Blende schätzen und einen richtigen SW-Umkehrfilm belichten. Mittlerweile gibt es den Fomapan in Super 8 Kassetten auch in Deutschland fertig konfektioniert zu kaufen - ich kaufte meine Kassetten allerdings noch per eBay aus den USA - an der Qualität gibt es nichts auszusetzen. Wer nicht in den USA kaufen will, muss die Kassetten jetzt immerhin nicht mehr selbst laden.

Federwerk Fomapan 01

Kupferdruck mit Fotoplatinen

29. Februar 2012

Aus einem Set zum Ätzen von Kupferplatinen hatte ich noch eine fotobeschichtete Platine übrig. Doch anstatt Leiterbahnen darauf zu belichten, kam mir die Idee, es mit einem Mittelformat-Negativ zu versuchen.

Nach 15 Minuten Belichtungszeit und einem (etwas zu langen) Bad in 1% Natronlauge kam dieses altertümlich scheinende Bild zum Vorschein:

Kupferdruck 01

Wie man sieht, hat das Bild einige Schrammen, was daran liegt, dass die Oberfläche sehr empfindlich gegen Kratzer ist, besonders im nassen Zustand. Die gescannte Verison kann nicht den gesamten Bildeindruck wiedergeben, da das Original auf Lichtreflexionen reagiert und der Bildkontrast dementsprechend abhängig vom Betrachtungswinkel ist.

Nach diesem ersten Versuch sollen bessere Ergebnisse erzielt werden, die  mit neuen Platinen und möglichst hochkontrastigen Schwarzweiß-Dias versucht werden, da es bei Leiterbahnen ja auch nicht wirklich Grautöne gibt.


Im zweiten Anlauf habe ich das Mittelformatnegativ auf orthochromatischen Planfilm umkopiert, sodass es jetzt quasi als “Dia” vorliegt. Zudem habe ich diesmal hochwertigeres Platinenmaterial verwendet. Belichtet wurde 5 bzw. 10 Minuten mit einem 1000 Watt Filmscheinwerfer, wobei dieser nicht unbedingt das ideale Leuchtmittel zur Platinenbelichtung ist (UV-Lampen sollen sich am besten eignen). Einen Überblick über die Vorgehensweise und das Ergebnis kann man im folgenden Video sehen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass diese verfremdete Art des “Kupferdrucks” funktioniert, man jedoch eine sehr kontrastreiche positive Bildvorlage braucht - am besten sind wohl durchsichtige Lithprints geeignet (Laserdruckerfolien aufgrund der geringeren Auflösung und Maximaldichte eher weniger).

Fixierer testen

04. Januar 2012

Ist der Fixierer schon verbraucht oder nicht? Kann er den Film noch lichtunempfindlich machen oder sollte man besser neuen ansetzen?

Diese Fragen stellt man sich schon mal, wenn man in der Dunkelkammer hantiert und einen Film oder Abzüge entwickeln möchte. Wobei, schlecht fixierte Abzüge sind gar kein so großes Problem, aber um den Film wäre es schon schade und auch mehr als ärgerlich, würde man irgendwann feststellen, dass der Fixierer damals doch nicht mehr in Ordnung war.

Um aber auf der anderen Seite zu verhindern, dass unverbrauchter Fixierer unnötig aus dem Verkehr gezogen wird, kann man diesen auf seine Funktion, noch mehr Silber aufzunehmen, testen. Eine sehr gute Methode hierfür ist der so genannte “Kaliumiodid-Test” oder “KI-Test”. Bringt man einen Tropfen einer fünfprozentigen Kaliumiodidlösung in etwa einen Milliliter unverbrauchten Fixierer, so verändert sich am Aussehen der Flüssigkeit nichts:

KI-Test 01

Ist der Fixierer jedoch mit Silber gesättigt, verändert sich die Lösung - sie wird milchig. In diesem Fall sollte der Fixierer verworfen und neu angesetzt werden:

KI-Test 02

So ist in jedem Fall gewährleistet, dass der Fixierer nicht zu früh, vor allem aber keinesfalls zu spät verworfen wird - man ist also immer auf der sicheren Seite. Zudem sind die Mengen, die man dafür benötigt, so gering, dass eine Flasche mit 100 Millilitern KI-Lösung vermutlich seeeeehr lange halten dürfte :-) .

Zum “Rezept”: Im Prinzip werden 5 g Kaliumiodid in 100 ml (destilliertem) Wasser gelöst. Das war’s. Mittels Messbecher oder 10 ml - Spritze wird nun ein Milliliter Fixierer abgemessen, auf den man mit einer Pipette einen Tropfen der KI-Lösung gibt - und schon weiß man mehr…

Weiteres Wissenswertes über den “KI-Test” findet man auf http://www.stefanheymann.de/foto/fixierbadtest.htm.