Fixierer testen

04. Januar 2012

Ist der Fixierer schon verbraucht oder nicht? Kann er den Film noch lichtunempfindlich machen oder sollte man besser neuen ansetzen?

Diese Fragen stellt man sich schon mal, wenn man in der Dunkelkammer hantiert und einen Film oder Abzüge entwickeln möchte. Wobei, schlecht fixierte Abzüge sind gar kein so großes Problem, aber um den Film wäre es schon schade und auch mehr als ärgerlich, würde man irgendwann feststellen, dass der Fixierer damals doch nicht mehr in Ordnung war.

Um aber auf der anderen Seite zu verhindern, dass unverbrauchter Fixierer unnötig aus dem Verkehr gezogen wird, kann man diesen auf seine Funktion, noch mehr Silber aufzunehmen, testen. Eine sehr gute Methode hierfür ist der so genannte “Kaliumiodid-Test” oder “KI-Test”. Bringt man einen Tropfen einer fünfprozentigen Kaliumiodidlösung in etwa einen Milliliter unverbrauchten Fixierer, so verändert sich am Aussehen der Flüssigkeit nichts:

KI-Test 01

Ist der Fixierer jedoch mit Silber gesättigt, verändert sich die Lösung - sie wird milchig. In diesem Fall sollte der Fixierer verworfen und neu angesetzt werden:

KI-Test 02

So ist in jedem Fall gewährleistet, dass der Fixierer nicht zu früh, vor allem aber keinesfalls zu spät verworfen wird - man ist also immer auf der sicheren Seite. Zudem sind die Mengen, die man dafür benötigt, so gering, dass eine Flasche mit 100 Millilitern KI-Lösung vermutlich seeeeehr lange halten dürfte :-) .

Zum “Rezept”: Im Prinzip werden 5 g Kaliumiodid in 100 ml (destilliertem) Wasser gelöst. Das war’s. Mittels Messbecher oder 10 ml - Spritze wird nun ein Milliliter Fixierer abgemessen, auf den man mit einer Pipette einen Tropfen der KI-Lösung gibt - und schon weiß man mehr…

Pseudo-Solarisation

21. Dezember 2011

Pseudosolarisation ist eine Dunkelkammertechnik, die angewendet wird, um ein Papierbild teilweise stark überzubelichten und somit teilweise umzukehren, um einen speziellen künstlerischen Effekt zu erzielen.

Diese Technik wird auch “Sabattier-Effekt” genannt und ist nicht mit einer “echten” Solarisation zu verwechseln, bei der bereits das Negativ so stark überbelichtet wird, dass helle Stellen im Bild, beispielsweise die Sonne, in ihren Graustufen umgekehrt und somit wieder dunkler dargestellt werden. Dies lässt sich sehr leicht an der Dichtekurve eines Films darstellen:

Bei der Pseudosolarisation wird ein Negativ auf ein Fotopapier vergrößert. Je nach persönlicher Vorliebe wird der Abzug dabei etwas knapper belichtet als üblich. Dann legt man das Papier wie sonst auch in eine Entwicklungsschale und wartet darauf, dass sich die ersten Konturen abzeichnen (Motive mit vielen deutlichen und klaren Linien eignen sich sehr gut zur Pseudosolarisation). Haben sich nun die stärksten Konturen auf dem Fotopapoer abgezeichnet, setzt man es kurz einer Lichtquelle aus.

Hier muss man etwas probieren - einerseits mit dem Timing (es sollten schon genug Konturen auf dem Papier vorhanden sein, es darf aber noch nicht ausentwickelt sein) - und andererseits mit Stärke und Dauer der Zweitbelichtung. Ich habe ein altes Blitzgerät benutzt, das sich separat auslösen lässt und einmal gegen die Decke geblitzt (ein Blitz hat den Vorteil, dass man ihn in der Belichtungsdauer besser steuern kann als beispielsweise eine Lampe, die man “ungefähr” eine Sekunde lang brennen lässt).

Hier sollte man nicht ungeduldig werden, da der Effekt nicht unbedingt sofort eintritt. Auf jeden Fall sollte man ab jetzt aber sehr wachsam sein, da man den Abzug eventuell verfrüht aus dem Entwickler nehmen muss, damit er nicht zu dunkel wird - hier kann es sogar auf eine Sekunde ankommen (deshalb auch der obige Hinweis, das Papier am Anfang etwas knapper zu belichten).

Nach wenigen Versuchen (die sich auch sehr spontan ergeben hatten) bin ich bereits zu recht ansehnlichen Ergebnissen gekommen. Hier zwei meiner ersten Versuche (im Vergleich dazu jeweils zunächst die normale Vergößerung). Beim ersten Motiv sieht man noch deutlich, dass die Zweitbelichtung zu stark war und deshalb das Positiv gleich wieder fast komplett zum Negativ wurde.

Caffenol 01 06

Pseudosolarisation 01

Caffenol 01 05

Pseudosolarisation 02

Am zweiten Motiv - welches meiner Meinung nach mehr dem Charakter einer Solarisation spricht - sieht man deutlich die teilweise Umkehrung der Grauwerte und die Lichtsäume an den Konturen der Lampe, die dem Bild seinen typischen Charakter geben und dem ursprünglichen Motiv auch sehr gerecht werden.

In diesem Sinne wünsche ich den Lesern dieses Blogs frohe Weihnachten, ein gutes neues Jahr 2012 und auch weiterhin viel Erfolg in ihrer eigenen Dunkelkammer und mit ihren eigenen Experimenten :-) .

Die rechte Art, ihm beizukommen…

19. November 2011

… die gibt es wohl nicht mehr. Aber aufgrund der Besonderheit seiner Emulsion lässt sich der Kodachrome 40 (zumindest in der Theorie) zum Schwarzweißfilm entwickeln - sowohl negativ als auch positiv. Mit dem richtigen Entwicklungsprozess könnte man den K-40 also wieder zu einem echten Umkehrfilm machen und somit auch beispielsweise seit Jahren unentwickelte Erinnerungen zum Vorschein bringen. Diese Tatsache ist sehr interessant, um zumindest mit vorhandenen Restbeständen noch etwas zu experimentieren.

Meine ersten Versuche, den K-40 zum Negativ zu entwickeln, zeigten einige Eigenschaften des Films:

  • Bevor der Film trocknen kann, muss erst der so genannte “Remjet” entfernt werden, eine Rußschicht auf der Trägerseite, die Lichtreflexionen verhindert und den Film geschmeidiger durch die Kamera laufen lässt.
  • Wird der K-40 zum Schwarzweißfilm entwickelt, ist sein Träger gelblich - er ähnelt also eher einem sepiagetonten Film.
  • Um einen annehmbaren Kontrast zu erzielen, sollte der Film um einige Blendenstufen überbelichtet werden.

Hier meine bislang besten Ergebnisse, den K-40 umzukehren: zum Video

Anbei auch noch Standbilder aus dem Film - die ersten drei Bilder wurden von der originalen Projektion abgefilmt. Die Gelbmaske wirkt nicht unbedingt störend, sondern eher, als wäre der Film getont. Die letzten drei Bilder stammen aus einer Einzelbildabtastung mit anschließender Farb- und Kontrastkorrektur.

Bei der Wahl der Überbelichtung scheint es auch darauf anzukommen, wie alt der Film ist und wie er gelagert wurde. In diesem Fall war der Film von etwa 1993 und wurde von mir tiefgekühlt aufbewahrt. Eine Überbelichtung von 3 Blenden hat bei mir die besten Ergebnisse erzielt.

Entwickelt wurde mit Dokumol. Nach dem Bleichbad wurde der Remjet entfernt. Anschließend folgte ein Klärbad und die Zweitbelichtung des Films. Zu guter Letzt wurde zweitentwickelt und fixiert.

K-40 Umkehr 01

K-40 Umkehr 02

K-40 Umkehr 03

K-40 Umkehr 04

K-40 Umkehr 05

K-40 Umkehr 06

Und um jetzt noch weiteren Plagiatsaffären vorzubeugen: Das Zitat “Die rechte Art ihm beizukommen [...]” stammt aus einem Brief Goethes von 1827. :-)

Doppel Super 8

26. Oktober 2011

Super 8 ist nicht gleich Super 8. Denn da gibt es noch zwei andere Formate, die ebenfalls mit einem Super 8 - Projektor abgespielt werden können: Single 8 und Doppel Super 8.

Die Besonderheit am Format DS-8 ist, dass ein 16 mm breiter Film mit Super 8 Perforation zuerst auf einer Seite belichtet, danach umgedreht und auf der anderen Seite weiterbelichtet wird. Nach der Entwicklung wird der Film in der Mitte gesplittet, sodass zwei acht Millimeter breite Streifen entstehen, die aneinandergeklebt und dann projiziert werden können.

Der Vorteil ist, dass das Filmmaterial nicht in Kassetten, sondern in Spulen daher kommt und dass der Bildstand durch die doppelte Perforation theoretisch besser sein müsste.

Sucht man heute nach DS-8 Kameras, findet man vor allem die “Quarz Zoom DS8-3″, ein russisches Fabrikat, das sehr solide und robust gebaut ist, jedoch nicht das letzte Quäntchen an Präzision bietet. Wer bei Doppel Super 8 wirklich auf Qualität legt, sollte sich nach anderen, größeren Kameras umschauen, die aber heute selten und teuer sind.

Quarz Zoom DS8-3 01

Die robuste Russin hat einen Federwerkantrieb und einen Selen-Belichtungsmesser, wodurch sie keine Batterien benötigt. Die Filmempfindlichkeit wird manuell eingestellt.

Ich habe einen Fomapan R 100 Doppel Super 8 Film damit belichtet und selbst entwickelt - das Zusammenspiel der Kamera mit diesem Filmmaterial, der Dreh und auch die Motivwahl lässt einen richtig nostalgisch werden und mit diesen einfachen, puristischen Mitteln zufrieden werden - das ist das Erlebnis Film!

Es reicht auf der einen Seite von richtig guten Kameras mit modernem Filmmaterial und professioneller Entwicklung für “beste” Qualität, bis hin zum Retro-Feeling mit Schwarzweiß, Stummfilmflair und Federwerk.

Je nachdem, was man erzielen möchte, sucht man sich das passende Equipment.

Quarz Zoom DS8-3 02

Quarz Zoom DS8-3 03

Fazit: Doppel Super 8 rockt! Die Handhabung mit den Spulen und der robusten Kamera und dann auch noch das Selbstentwickeln lassen einen eintauchen in eine Welt scheinbar noch vor Super 8 und zeigen wahre Freude am Film. Dass die Kamera aufgrund schlechten Bildstandes o.ä. verteufelt wird, mag nachvollziehbar sein (ist ja kein “Premium-Produkt”), ich habe jedoch gut mit ihr arbeiten können. Und außerdem: Wer mit dieser Kamera filmt, erwartet sowieso keine professionellen Ergebnisse, sondern eine nostalgische Erfahrung voller Korn und Filmfreude…

Einmalkamera

27. August 2011

Einmalkamera 01

Einmalkameras gibt es günstig beispielsweise in Drogeriemärkten mit Fotoabteilung zu kaufen - sogar mit Blitz. Natürlich kann man hier nicht von Qualität reden, aber als Knipse ist so eine Einmal-Plastik-Kamera allemal zu gebrauchen - gerade, wenn man sich (wie ich) dafür interessiert, wie es da drin so aussieht…

Einmalkamera 02

Nach dem vollständigen Belichten der 27 Bilder mit hemmungslosen Zufallsschüssen habe ich die Kamera nicht zur Entwicklung abgegeben, sondern genauer betrachtet. Hierbei fällt auf, dass der Blitz von einer normal gebräuchlichen 1,5 Volt AA-Batterie angetrieben wird. Nach dem Belichten zeigt ein Batterietester immer noch den vollen Ladezustand der Batterie an - sie kann also weiterverwendet werden (ob sie wohl vom Hersteller wieder in anderen Einmalkameras eingesetzt worden wäre?).

Einmalkamera 03

An der Seite der Kamera befindet sich ein kleiner Hebel, mit dem man (nachdem das Papier um die Kamera entfernt wurde) das Gehäuse öffnen kann. Das sieht dann in etwa so aus:

Einmalkamera 04

Wie man sieht, ist der (spezielle Einmalkamera-) Film rechts im Gehäuse angebracht. Allerdings wird der Film bei der Belichtung nicht immer weiter aus der Hülse gezogen wie bei normalen Kleinbildkameras, sondern liegt frei aufgerollt auf der linken Seite der Kamera und wird beim Weiterspulen in die Filmhülse gezogen. Deshalb sollte man die Kamera nicht öffnen, solange der Film noch nicht fertig belichtet ist.

Einmalkamera 05

Öffnet man nun noch die andere Gehäuseseite, blickt man auf die Elektronik, die das Aufladen des Blitzes steuert. Man sollte die Platine auf keinen Fall mit bloßen Fingern berühren, wenn die Batterie eingelegt und der Kondensator geladen ist - das kann nämlich Aua und leichten Schmorgeruch zur Folge haben :-) .

Ob ich den Film zur Entwicklung abgebe (und vor allem, ob er auch ohne Kamera angenommen wird) oder ihn selbst zum Schwarzweiß-Negativ entwickle, wird sich noch zeigen. Sollten die Bilder etwas geworden sein, werde ich die Besten (so es sie überhaupt gibt) heraus suchen und hier nachtragen.


20.01.2012: Die Bilder wurden durch eine bekannten Drogeriekette entwickelt und vergrößert. Damit ist jetzt klar, dass Einmalkamera-Filme auch ohne passende Einmalkamera angenommen werden. Die Bilder sind zum Hochladen zu unspektakulär, genau wie der Preis, der der Verarbeitung eines ganz gewöhnlichen Kleinbildfilmes entspricht.